Chronik

Die Freiwillige Feuerwehr Hennenbach wurde am 29. März 1899 gegründet.

Im Gründungsjahr hatte die Wehr eine Stärke von 34 Feuerwehrleuten. Die Führungsmannschaft bestand aus folgenden Leuten: Vorstand Bürgermeister Michael Herbst aus Hennenbach, Kommandant Ökonom Johann Neumeier aus dem Rabenhof, Adjudant Handlungsgehilfe Friedrich Krieg aus der Galgenmühle, Schriftführer und Kassier Lehrer Leonhard Brather aus Hennenbach, Zeugwart Ökonom Michael Häßlein aus Hennenbach, Zugführer der Steiger Ökonom Michael Schlötterer sen. aus Wengenstadt, Zugführer der Spritzmannschaft Gastwirt Friedrich Meierhöfer aus Kammerforst und Zugführer der Rettungsmänner Schuhmachermeister Johann Blank aus Kammerforst. Zu Ehren dieser Männer seinen hier ihre Namen genannt.

Den Anstoß für die Gründung gab die königlich bayerische Werbung in der zweiten Hälfte des vorletzten Jahrhunderts zur Einrichtung freiwilliger Feuerwehrn. Eine solche Organisation war notwendig und sinnvoll, weil bis dahin der bestehende Feuerschutz auf dem Gemeinschaftsgeist der einzelnen Ortschaften beruhte. Damit war es auch möglich, speziell für den Feuerschutz, der Gemeinschaft gehördende Feuerschutzgeräte anzuschaffen.

Die Feuerwehr sah sich schon damals, wie auch heute noch, nicht nur als Schutzeinrichtung gegen Feuersgefahr. Sie war schon immer eine tragende Säule unseres Kulturgutes und förderte auch bei gesellschaftlichen Veranstaltungen den Gemeinschaftsgeist unter den weit auseinanderliegenden Ortschaften innerhalb der Gemeinde. Die Aufzeichnungen erinnern an verschiedene Feuerwehrbälle, Christbaumverlosungen und Grillfeste.

Die Feuerlöschhilfsmittel waren am Anfang recht einfach und teilweise kaum geeignet größere Brände zu löschen. Der Chronist nennt hier Kübelspritzen und Hanfeimer. Im Laufe der Zeit wurden drei Saug- und Druckspritzen angeschafft. Diese Spritzen waren auf Wagen montiert und konnten mit Pferden gezogen werden. Die Energie für die Spritze wurde aus der Muskelkraft der Feuerwehrmänner bezogen. Die Spritzen waren in den Ortschaften Obereichenbach, Hennenbach und Wengenstadt stationiert. Eine dieser Spritzen ist bis heute erhalten worden. Daneben existierten in den einzelnen Ortschaften noch insgesamt sechs Schlauchhaspelanhänger. Diese waren mit Hanfschläuchen bestückt. Im Jahre 1928 wurde die erste Motorspritze, eine Paul Ludwig 400, für Katterbach angeschafft.

Zwei Jahre später stattete man auch Egloffswinden mit dem gleichen Gerät aus. Die Förderleistung der Motorspritzen war natürlich ungleich höher, als die der handbetriebenen Saug- und Druckspritzen.

Deshalb gab es auch mehrfach Probleme mit der Dichtheit und der Reißfestigkeit der Hanfschläuche. Nach dem Flugplatzausbau in Katterbach im Jahre 1938 verlegte man die Katterbacher Spritze nach Kammerforst, weil für den Flugplatz eine separate Feuerwehr mit entsprechender Ausrüstung bestand.

Die vorhandenen Geräte ergänzte man 1947 mit der ersten TS 8, welche von der Stadt Ansbach erworben wurde. 1955 kam eine Ziegler TS 600 Schlepperanbauspritze für Wengenstadt dazu.

Als trauriges Datum ging der 18.12.1960 in unsere Chronik ein. Bei den Aufräumungsarbeiten nach dem Scheunenbrand bei der Familie Sturm in Katterbach stürzte der Feuerwehrkamerad Vogel aus Untereichenbach ab und verletzte sich tödlich. Bei der Bekämpfung dieses Brandes offenbarte sich die unzureichende und die teilweise technisch veraltete Ausrüstung unserer Feuerwehr.

Danach gab die Gemeinde ihre sparsame Haltung gegenüber der Feuenıvehr auf und stellte in jedem Haushaltsplan entsprechende Mittel zur Gerätebeschaffung und für verschiedene Baumaßnahmen zur Verfügung, So konnten in den Folgejahren in Katterbach, Kammerforst und Egloffswinden Löschwasserbehälter gebaut werden. An Ausrüstung kamen 1963 für Egloffswinden eine Paul Ludwig TS 8 und für Wengenstadt eine Ziegler TS 8, jeweils auf einem Schlepperanhänger mit je 15 B-Schläuchen und 10 C-Schläuchen dazu. Für Hennenbach schaffte man 1967 ein Feuerwehrauto (VW-Bus) mit TS 8 und entsprechender Ausrüstung an. 1973 erhielt auch Katterbach ein Feuenwehrauto, einen Ford Transit mit TS 8. lns Jahr 1980 fällt auch die Neuanschaffung des Wengenstädter Feuerwehrautos mit TS 8. Zur Geräteausrüstung kam auch die Schutzausrüstung und die Ausgehuniform für die Feuerwehrleute, welche ständig ergänzt wurde. 1994 bzw. 1998 wurde Wengenstadt und Hennenbach eine neue Feuerwehrpumpe TS 8/8 mit 2-Takt Motor übergeben.

Wehrpflichtige Männer, die nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr waren, wurden ab 1933 zur Pflichtfeuerwehr herangezogen. Während des Krieges zog man auch Mädchen, Frauen und nicht wehrdienstleistende Männer dazu heran. Die Pflichtfeuerwehr existierte bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Sie war nicht so gut ausgebildet wie die Freiwillige Feuerwehr und wurde nur bei Bedarf herangezogen. Sie war der Freiwilligen Feuerwehr unterstellt.

Die Alarmierung der Wehr war von jeher problematisch. Die Ortschaften lagen weit auseinander und auch während der Nacht konnte man nicht jeden Feuerwehrmann erreichen. Außerdem war die Telefonalarmierung sehr zeitraubend. Deswegen installierte man in Hennenbach am ehemaligen Rathaus und nach dem Neubau des Wengenstädter Feuenwehrhauses auch dort im Jahre 1980 jeweils eine funkgesteuerte Feuersirene. Zusätzlich rüstete man die 3 Feuerwehrautos mit Sprechfunk aus.

Erster Kommandant war im Gründungsjahr 1899 der Ökonom Johann Neumeier aus dem Rabenhof. Im Jahre 1934 gab er wegen seines hohen Alters den Posten des Kommandanten nach 35 Jahren Amtszeit ab. Neuer Kommandant wurde Georg Meierhöfer und Adjudant Konrad Knörr, beide aus Kammerforst. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Zugführer nicht mehr gewählt sondern vom Kommandanten bestimmt. 1945 übernahm Michael Neumeier das Amt des Kommandanten. Die Feuerwehr wurde 1961-1968 von Karl Schlecht aus Hennenbach, 1968-1993 von Hans Neumeier vom Rabenhof, 1993-1999 von Ludwig Heckl aus Obereichenbach und 1999-2017 von Armin Völkert aus Hennenbach geführt. Seit 2017 leitet Andreas Christl aus Hennenbach als Kommandant die Gesamtwehr Hennenbach.